Feste und Festivals in Österreich: worauf es bei der Planung ankommt
Österreichs Veranstaltungen leben von einer Mischung, die anderswo selten ist: klassische Festspiele mit internationalem Publikum und daneben Dorffeste, die seit Generationen gleich ablaufen.
Der Rhythmus des Veranstaltungsjahres
Diese Struktur ist über Jahrzehnte gewachsen und verschiebt sich kaum. Wer sie kennt, kann eine Reise auch ein Jahr im Voraus grob planen.
Regionale Unterschiede gibt es trotzdem. In den westlichen Bundesländern spielt der Wintertourismus eine größere Rolle, im Osten liegt das Schwergewicht auf Stadtfesten und Kulturbetrieb.
Von Vorarlberg bis ins Burgenland
Niederösterreich ist flächenmäßig groß und entsprechend verstreut. Hier lohnt es sich besonders, vorab nach Terminen in der konkreten Region zu suchen.
Kärnten und das Burgenland setzen stärker auf Seen und Freiluftveranstaltungen im Sommer. Im Burgenland kommen Weinfeste und Opernaufführungen im Steinbruch dazu.
Unterkunft rechtzeitig klären
Für Veranstaltungen in den Landeshauptstädten ist die Anreise mit Bahn und Bus fast immer die bessere Wahl. Parkplätze sind knapp und an Veranstaltungstagen häufig gesperrt.
Bei Veranstaltungen in Tallagen ist die Zufahrt oft einspurig. Eine frühe Anreise erspart lange Staus, besonders bei der Rückfahrt.
Planung und Wetter
Bei Veranstaltungen im Freien ist Sonnenschutz ebenso wichtig. In den Bergen ist die Strahlung spürbar stärker als im Flachland. Einen breiteren Überblick zu Land und Leuten gibt es hier.
Das Wetter im Alpenraum wechselt schnell. Bei Open-Air-Veranstaltungen in Bergnähe gehört Regenschutz auch im Hochsommer in die Tasche. Einen Ausgangspunkt bietet die Zusammenstellung zu österreichische Veranstaltungstermine.
| Jänner bis Feber | Ballsaison, Wintersport | Opernball, Hahnenkammrennen |
| April bis Juni | Stadtfeste, Laufevents | Vienna City Marathon, Donauinselfest |
| Juli bis September | Festivals und Festspiele | Salzburger Festspiele, Frequency, Ars Electronica |
| Oktober bis Dezember | Brauchtum und Advent | Almabtrieb, Erntedank, Christkindlmärkte |
Zwischen gratis und teuer
Pfand auf Becher und Geschirr ist bei Festivals inzwischen die Regel. Er ist kein Kostenfaktor, wenn man zurückgibt, summiert sich aber sonst.
Das Ticket ist selten der größte Posten. Unterkunft und Anreise machen bei einem Wochenende außerhalb der eigenen Region meist den Hauptteil aus.
Die unbekannteren Termine
Die interessantesten Veranstaltungen stehen selten auf den großen Plakaten. Dorffeste, Hoffeste und kleine Konzertreihen werden fast nur lokal angekündigt.
Wer eine Region öfter besucht, merkt schnell, dass sich die Termine jährlich wiederholen. Danach lässt sich ein Besuch gezielt planen.
Essen und Trinken bei Veranstaltungen
Kürbis, Apfel und Kastanie füllen die Herbstkalender. In der Steiermark kommt das Kürbiskernöl als eigenes Thema dazu.
Auf größeren Festivals hat sich die Verpflegung stark verändert. Neben klassischen Ständen finden sich inzwischen Foodtrucks mit vegetarischem und veganem Angebot.
- Kleine Feste werden oft nur lokal angekündigt
- Gemeindezeitungen und Aushänge sind dafür die beste Quelle
- Viele Stadt- und Erntedankfeste kosten keinen Eintritt
- Bargeld für kleinere Stände mitnehmen
Was mitgenommen werden darf
Eigene Getränke sind auf abgesperrten Geländen meist nicht erlaubt. Bei kostenlosen Stadtfesten gilt das in der Regel nicht.
Große Taschen und Rucksäcke sind bei vielen Veranstaltungen in der Größe beschränkt. Die zulässigen Maße stehen in der Hausordnung auf der Veranstaltungsseite.
Oper, Schauspiel und Orchester im Sommer
Die Preisspannen sind erheblich. Zwischen Stehplatz und bester Kategorie liegt bei großen Häusern häufig der Faktor zwanzig.
Die Spielpläne stehen meist ein halbes Jahr im Voraus fest. Das macht die Planung leichter als bei Popveranstaltungen, wo Termine kurzfristiger kommen.
Die wichtigsten Sporttermine
Das Hahnenkammrennen in Kitzbühel im Jänner ist der bekannteste Wintersporttermin des Landes. Die Streif zieht jedes Jahr ein sehr großes Publikum an, entsprechend früh sind Unterkünfte ausgebucht.
Im Sommer kommen Radveranstaltungen dazu, von Amateurrennen bis zu Etappen größerer Rundfahrten. Sie führen häufig über Passstraßen, die an diesen Tagen gesperrt sind.
Buschenschanken sind saisonal geöffnet und dürfen nur eigene Produkte ausschenken. Wann sie aufsperren, steht auf den Tafeln der jeweiligen Gemeinde.
Die Steiermark hat einen ausgeprägten Schwerpunkt auf Volkskultur und Kulinarik, mit Festen rund um Wein, Kürbis und Apfel im Herbst.
In Oberösterreich und Niederösterreich haben Mostfeste eine eigene Tradition. Die Gegend rund um den Mostviertler Birnbaumbestand ist dafür der bekannteste Anlaufpunkt.
Programm für die Jüngeren
Gehörschutz für kleinere Kinder ist bei Konzerten kein übertriebener Aufwand. Die Lautstärke bei Open Airs liegt regelmäßig über dem, was als unbedenklich gilt.
Almfeste und Brauchtumsveranstaltungen sind für Kinder oft interessanter als für Erwachsene, weil dort Tiere, Handwerk und Musik zusammenkommen.
Volkskultur im Veranstaltungskalender
Im Fasching haben besonders die westlichen Bundesländer eigene Traditionen, von Maskenumzügen bis zu regionalen Bräuchen mit teils jahrhundertealter Geschichte.
Erntedankfeste laufen im Herbst in praktisch jeder Gemeinde. Sie sind klein, kostenlos und geben einen ehrlicheren Eindruck vom Landleben als jede größere Veranstaltung.
Fragen aus der Praxis
Gibt es Veranstaltungen ohne Eintritt?
Ja, und nicht wenige. Das Donauinselfest in Wien ist das bekannteste Beispiel, dazu kommen Stadtfeste, Erntedankfeste und die meisten Adventmärkte.
Wie findet man kleinere Veranstaltungen?
Über Gemeindezeitungen, Aushänge vor Ort und regionale Ankündigungen. Vieles davon wird nie online beworben.
Was ist ein Kirtag?
Ein Ortsfest mit langer Tradition, meist am Namenstag des Kirchenpatrons. Kirtage finden über das ganze Jahr verteilt statt und kosten in der Regel keinen Eintritt.
Dieser Überblick ersetzt keine Terminrecherche. Kurzfristige Änderungen und Absagen kommen besonders bei Freiluftveranstaltungen vor.
